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Implementierte Verfahren

Im MWM sind zurzeit folgende Verfahren zur Ersatzwertbildung implementiert

  • für iMS TAF7 Messwerte
    • Interpolation
    • Vergleichstageverfahren für Zählerstandsgänge
  • für iMS TAF1 oder TAF2 Messwerte
    • TAF1 Ersatzwertbildung aus TAF7 -Zählerstandsgängen
    • TAF2 / TAF7 Ersatzwertbildung
  • für konventionelle Lastgänge (ZFA)
    • Interpolation
    • Vergleichstageverfahren

Interpolation

Für Messlücken kleiner oder gleich zwei Stunden werden Ersatzwerte über lineare Interpolation ermittelt. Es wird zwischen zwei Punkten eine Gerade gebildet, welche als Anfangs- und als Endpunkt bezeichnet werden können. Der Anfangspunkt wird dabei auf Basis des letzten Punktes gebildet, an dem vor der Messstörung noch störungsfreie Messwerte vorhanden waren. Der Endpunkt ist der Messwert, an dem nach der Messstörung, das erste Mal wieder störungsfreie Werte gemessen werden können. Die Werte der Punkte auf der Geraden zwischen Anfangs- und Endpunkt, können anschließend als Ersatzwerte verwendet werden.

Unterschied des Verfahren bzgl. Messsystem

Vergleichstageverfahren

Falls für längere Zeiträume echte Messwerte fehlen, können mithilfe der linearen Interpolation oft keine zuverlässigen Ergebnisse erzielt werden. In diesem Fall können Ersatzwerte über statistische Verfahren generiert werden. Für Datenlücken größer zwei Stunden werden die Werte deshalb gemäß der "Uniform Business Practices for Unbundled Electricity Metering" auf Basis von Durchschnittswerten ausgewählter Vergleichstage ermittelt (Historical Average Imputation). Hierzu werden Lastprofile/Zählerstandsgänge tagesbasiert für die Tage mit gestörten Messwerten nachgebildet. Dies geschieht mithilfe von validierten historischen Messwerten von Vergleichstagen. Dabei werden Feiertage und andere Einflussfaktoren, die zu Abweichungen von üblichen Lastverläufen führen, berücksichtigt.

Um einen Lastgang/Zählerstandsgang künstlich zu generieren, werden hierfür die historischen Lastgänge /Zählerstandsgänge dreier Vergleichstage der letzten Wochen gesucht und wenn vorhanden verwendet mit der Prio, dass der erste vorhandene Vergleichstag genommen wird.

Bestimmung der Vergleichstage

Beim Vergleichstagverfahren wird pro Tag in der Lücke > 2h ein Vergleichstag bestimmt

  • z.B. ergeben sich für die Lücke [01.01.2020 5:00, 02.01.2020 5:00) zwei Lückentage für denen jeweils separat Vergleichstage ermittelt werden:
    • 01.01.2020
    • 02.01.2020

Das Vergleichstageverfahren wird für eine Lücke nur angewendet, wenn für alle Werte der Lücke geeignete Vergleichswerte ermittelt werden können.Es werden pro Lückentag 3 Vergleichstage ermittelt.

  • Tag der Vorwoche
  • Tag der Vor-Vorwoche
  • Letztes Jahr

Wenn es sich um einen Feiertag (gem. GPKE Kalender) handelt, wird als Vergleichstag der letzten Sonntag genommen, sonst wird der vorherige Wochentag ermittelt, solange dieser kein Feiertag ist.

  • Beispiele:
    • Lücke am 04.03.2020 (Kein Feiertag; Vergleichstage auch keine Feiertage)
      • Vergleichstag 1: 26.02.2020
      • Vergleichstag 2: 19.02.2020
      • Vergleichstag 3: 04.03.2019
    • Lücke am 01.01.2020 (Feiertag)
      • Vergleichstag 1: 29.12.2019 (letzter Sonntag)
      • Vergleichstag 2: 22.12.2019
      • Vergleichstag 3: 01.01.2018
    • Lücke am 08.01.2020 (Kein Feiertag; Vergleichstag (Vor-)Vorwoche ist Feiertag)
      • Vergleichstag 1: 18.12.2019 (sowohl 01.01.2020 als auch 25.12.2019 sind Feiertage)
      • Vergleichstag 2: 11.12.2019
      • Vergleichstag 3: 08.01.2019

Ausgehend vom Vergleichstag wird ein Vergleichszeitraum bestimmt. Der Zeitraum hat den gleichen Dauer wie die Tageslücke. Enthält die Tageslücke eine Sommer- auf Winzerzeitumstellung (oder umgekehrt), so stimmt die Vergleichszeitangabe nicht unbedingt mit der Zeitangabe der Tageslücke überein.

  • Beispiel:
    • Tageslücke: [04.03.2020 03:00 - 04.03.2020 07:00)  führt zum Vergleichszeitraum [26.02.2020 03:00, 26.02.2020 07:00)
    • Tageslücke mit Sommer- auf Winterzeitwechsel: [25.10.2020 01:00, 25.10.2020 05:00) führt zum Vergleichszeitraum [18.10.2020 01:00, 18.10.2020 06:00)

Als Vergleichswerte werden immer die Zählerstandsgänge beim iMS und Lastgänge bei ZFA Messwerten benutzt

  • Für den Vergleichszeitraum [04.03.2020 03:00 - 04.03.2020 07:00) wird ein Zählerstandsgang im Zeitraum [04.03.2020 02:45, 04.03.2020 07:15) geladen
  • Anschließend wird daraus ein Lastgang berechnet und mit diesen Lastgangwerten wird der Zählerstandsgang in der Lücke unter Berücksichtigung eines Gewichtungsfaktor gebildet

Hinweis zum verwendeten Kalender

Zur Ermittlung von Feiertagen wird der BDEW GPKE-Kalender berücksichtigt. Und hier gilt, wenn in einem Bundesland ein Tag als Feiertag ausgewiesen ist, dann gilt dieser Feiertag bundesweit.

Gewichtungsfaktor

Der Gewichtungsfaktor beim Vergleichstageverfahren ergibt sich aus der in der Lücke angefallenen Energiemenge dividiert durch die im Vergleichszeitraum angefallene Energiemenge.

Berechnungsbeispiel:

Voraussetzung zur Verwendung der Vergleichswerte

Die Messwerte vom Vergleichstag müssen vom Status her mindestens so gut sein, wie die vom System gebildeten Ersatzwerte (Konfigurationswert "ÜberschriebenerErsatzwertstatus"). Folglich können auch vorher vom System gebildete Ersatzwerte als Vergleichswerte herangezogen werden.

Liegen für einen Parametrierungszeitraum noch keine TAF7 Messwerte vor, sucht die Ersatzwertbildung auch die Vergleichstage in vorherigen Parametrierungszeiträumen.

Reihenfolge der angewendeten Verfahren

Wenn die Lücke kleiner zwei Stunden ist

  • wird linear interpoliert
  • außer es gibt keinen nachfolgenden Zählerstand, dann wird das Vergleichstageverfahren verwendet

Wenn die Lücke größer gleich zwei Stunden ist

  • wird das Vergleichstageverfahren verwendet
  • wenn es nachfolgende Zählerstandsgänge gibt, dann wird Vergleichstageverfahren gewichtet angewendet
  • Wenn beim Vergleichstageverfahren keine Vergleichstage gefunden werden, wird linear interpoliert.

Statuszusatzinformation

Sofern Statuszusatzinformation benötigt werden (Messwertstatus = Ersatzwert), werden in Abhängiglkeit des verwendete Ersatzwertbildungsverfahren folgende Werte gesetzt

  • die von der Interpolation gebildeten Werte bekommen als Statuszusatzinformation für die Kategorie "Ersatzwertbildungsverfahren" den Wert "Z92-Interpolation"
  • die vom Vergleichstageverfahren gebildeten Werte bekommen die Statuszusatzinformation für die Kategorie "Ersatzwertbildungsverfahren"und "ZJ2-Statistische Methode"

TAF1 Ersatzwertbildung aus TAF7 -Zählerstandsgängen

Als  Messstellenbetreiber kann das MWM für Messlokationen, an welchen TAF1 und TAF7 parametriert ist, Ersatzwerte für Zählerstände (ZST) basierend auf Zählerstandsgängen (ZSTG) erstellen.

Hierzu wird für jeden Monatsersten 00:00 Uhr ein Ersatzwert-Zählerstand mit dem Wert des Zählerstandsgangs um 00:00 Uhr gebildet, falls ein Zählerstandsgang und kein Zählerstand zu diesem Zeitpunkt vorhanden ist. Das passiert auch wenn der vorhandene Zählerstandsgang selbst ein vom System gebildeter Ersatzwert ist.

Fehlende TAF1 Zählerstände für den Monatsersten werden aus dem TAF7 Zählerstandgang gebildet, wenn

  • TAF7 Zählerstandsgänge aus dem Gateway empfangen werden
  • der Job für die iMS Ersatzwertbildung läuft
  • über die UI "Messwerte anzeigen" die Ersatzwertbildung gestartet wird
  • über die UI "MeLo Messwerte überwachen" die Ersatzwertbildung gestartet wird

Keine Überschreibung von SMGW-Werten

Die Ersatzwertbildung überschreibt nur die vom System gebildeten Werte nicht die Messwerte, die vom Gateway empfangen wurde.

Rundung

Wenn ein Unterschied in der Anzahl der Nachkommastellen am Zählerstandszählwerk und in der Genauigkeit der Zählerstandsgangwerte vom Gateway vorliegt, dann wird aktuell

  • der ZSTG Wert auf 4 Stellen ausgeschnitten und
  • dieser Wert wird gerundet auf Anzahl der Nachkommastellen vom Zählerstandszählwerk und
  • ergibt den ZST Wert

Beispiele:

Dieses Rundungsverhalten weicht vom Rundungsverhalten bei TAF2/7 Ersastzwertbildung aktuell ab. Es ist geplant dies anzupassen, dann wir nur abgeschnitten und die kaufmännische Rundung entfällt.

TAF2/TAF7 Ersatzwertbildung

Wenn an einer Messlokation neben TAF2 auch mit TAF7 parametriert ist, kann der TAF7-Messwert zur Bildung bzw. Vervollständigung von TAF2-Ersatzwerten herangezogen werden – oder umgekehrt.

Dies erfolgt in folgenden Fällen:

  • es wurden keine TAF2-Messwerte vom Gateway empfangen oder
  • es wurden TAF2-Messwerte ohne mME-Wert vom Gateway empfangen.

In folgender Tabelle kann man erkennen in welchem Fall welche Werte gebildet werden.

Fehlende Werte für Turnustagvorhander Messwert für Zeitpunkt z
(wird vom Gateway empfangen oder duch Interpolation gebildet)
Durchgeführte Vervollständigung vor eigentlicher ErsatzwertbildungDurchgeführte Ersatzwertbildung
alle iMS TAF2 Werte + mME Wert TAF7(ZSTG) mME = TAF7(ZSTG)aufgrund mME werden die iMS TAF2 Werte werden gebildet
TAF7(ZSTG)alle iMS TAF2 + mME TAF7(ZSTG) = mMEInterpolation des ZSTG für fehlende Zeitpunkte
mME + TAF7(ZSTG)alle iMS TAF2
mME = mME z-1+ Gesamt z;
TAF7(ZSTG) = mME
TAF2 Messwerte sind nun vollständig + TAF7 ZSTG  Werte werden gebildet

Diese Ersatzwertbildung von TAF2-Messwerten und dem mME-Wert wird nur für Turnuszeitpunkte durchgeführt. Ausgelöst werden kann diese durch den

  • Empfang von Messwerten
  • Job "iMS Ersatzwertbildung", wenn diese für Turnustage gestartet wird
  • über die UI "Messwertübwachung Melo" für Turnus- sowie Umparametrierungstage
  • über die UI "Messwerte anzeigen" bei Neubilden eines ZSTGs

TAF2 -Berechnung

Nachfolgend sind die Berechnungsformel für die Berechnungsschritte für die fehlenden TAF 2 Messwerte mit jeweils einem Beispiel aufgeführt:

Berechnung eines fehlenden TAF2 Gesamtwertes anhand des mME Wertes

Der Gesamtwert Gt zum Zeitpunkt t wird anhand des mME Werts M wie folgt berechnet:

  • kein Nachfolger
    • Gt=Gt1+MtMt1G_t = G_{t-1} + M_{t} - M_{t-1}
      Beispiel:
Gt=0+150,592100=50,592G_t = 0 + 150,592-100 = 50,592
  • Nachfolger und fehlende Menge
    • Gt=Min[Gt+1,Gt1+MtMt1]G_t=Min[G_{t+1},G_{t-1}+M_t-M_{t-1}]
    • Diese Berechnung ist nötig wenn eine Umparametrierung verspätet durchgeführt wurde, da hier der Gesamtzählerstand und die mME nicht im Einklang laufen
      Beispiel:
Gt=Min[90,(0+250,592100]=Min[90,(150,592)]=90G_t=Min[90,(0+250,592-100]= Min[90,(150,592)] = 90
FehlendeMenge=100Fehlende Menge = 100

Berechnung der fehlenden tarifierten Werte anhand zuvor ermittelten TAF2 Gesamtwert G

Der tarifierte TAF2 Wert Tit zum Register i und zum Zeitpunkt t und der Fehlerwert Ft wird immer anhand des Gesamtwerts G berechnet. Dabei sind folgende vier Konstellationen zu unterschieden:

  • es ist kein Nachfolger vorhanden und und der Vorgänger Wert ist 0:
    • Tit=GtAnzahl tarifierte WerteT_{it}=\frac{G_t}{\text{Anzahl tarifierte Werte}}
    • Ft=0F_{t} = 0

      Beispiel:
      HTt,NTt=50,5922=22,481HT_{t}, NT_{t}=\frac{50,592}{\text{2}}=22,481, Ft=0F_t = 0
  • es ist kein Nachfolger vorhanden und der Gesamtzählerstand hat sich nicht zum Vorgänger geändert (Gt = Gt-1)
    • Tit = Tit-1
    • Ft=Ft1F_{t} = F_{t-1}

      Beispiel:
      HTt=22,481,NTt=22,481HT_{t} =22,481, NT_{t} =22,481, Ft=5,630F_t = 5,630
  • es ist kein Nachfolger vorhanden und der Gesamtzählerstand hat sich gegenüber dem Vorgänger verändert
    • Tit=Tit1+(GtGt1)Tit1Gt1T_{it}= T_{i{t-1}} + (G_{t} - G_{t-1})\cdot \frac{T_{i{t-1}}}{G_{t-1}}
    • Ft=Ft1+(GtGt1)Ft1Gt1F_t = F_{t-1} + (G_t - G_{t-1})\cdot \frac{F_{t-1}}{G_{t-1}}

      Beispiel:
      HTt=50+(250100)50100=125,NTt=40+(250100)40100=100HT_{t}= 50 + (250-100)\cdot \frac{50}{100}=125, NT_{t}= 40+(250-100)\cdot \frac{40}{100}=100,
      Ft=10+(250100)10100=25F_{t} = 10 + (250 - 100) \cdot \frac{10}{100} = 25
  • wenn ein Vorgänger und ein Nachfolger vorhanden ist
    •  Tit=Tit1+(Tit+1Tit1)GtGt1Gt+1Gt1T_{it}= T_{i{t-1}} + (T_{i{t+1}} - T_{i{t-1}}) \cdot \frac{G_t-G_{t-1}}{G_{t+1} - {G_{t-1}}} 
    • Ft=Ft1+(Ft+1Ft1)GtGt1Gt+1Gt1F_t = F_{t-1} + (F_{t+1} - F_{t-1}) \cdot \frac{G_t - G_{t-1}}{G_{t+1}-G_{t-1}}

      Beispiel:
      HTt=60+(7560)120100130100=70,NTt=30+(4030)120100130100=36,667HT_{t}= 60+ (75-60) \cdot \frac{120-100}{130-100}=70, NT_{t}= 30+ (40-30) \cdot \frac{120-100}{130-100}=36,667  ,
      Ft=15+(1510)120100130100=13,333F_t = 15 + (15-10)\cdot\frac{120-100}{130-100}= 13,333
Tarifierte Werte 4.Fall

Dabei werden die multiplikativen Faktoren jeweils auf die Anzahl Nachkommastellen des Zählwerks abgeschnitten. Existiert am Ende eine Differenz zwischen dem Gesamtwert und der Summe der Tarifierten Werte und des Fehlerwerts, so wird diese auf die tarifierten und das Fehlerregister verteilt. Ferner gilt zu beachten, dass immer das Vorhandensein eines Vorgängers vorausgesetzt wird. Ist kein Vorgänger vorhanden, so liegt eine Fehlerkonstellation vor. (In diesem Fall kann die Parametrierung noch nicht erfolgreich abgeschlossen sein.)

Berechnung der Korrekturenergiemengen

Die Differenz der Fehlerwerte Ft und Ft-1 muss durch die Korrekturmengen Kit für den Zeitraum t-1 bis t abgedeckt werden. Im Falle einer "Verspäteten Umparametrierung", wird zusätzlich die Differenz des Verbrauchs im Gesamtregister und des Verbrauchs an der mME auf die Korrekturmengen verteilt.

Die auf den Korrekturmengen zu verteilende Menge Ut zum Zeitpunkt t ergibt sich somit aus:Ut=FtFt1+MtMt1GtGt1U_t = F_{t} - F_{t - 1} + M_{t} - M_{t - 1} - G_{t} - G_{t-1}

Der Anteil an der zu verteilende Menge Ait für ein Korrekturmengen-Register i zum Zeitpunkt t ergibt sich aus

  • falls die Differenz der tarifierten Werte 0 ist
    Ait=1Anzahl tarifierte WerteA_{it} = \frac{1}{\text{Anzahl tarifierte Werte}}
  • ansonsten wird die Menge enstprechend dem Verbrauch pro tarifiertem Register im Zeitraum t-1 bis t anteilsmäßig verteilt, d.h.:
    Ait=TitTit1jTjtTjt1A_{it} = \frac{T_{it} - T_{it-1}}{ \sum_{j}^{}T_{jt} - T_{jt-1}}

Dabei wird Aiz auf den Anzahl Nachkommastellen des Korrekturmengenzählwerk abgeschnitten. Anschließend ergeben sich die Korrekturenergiemengen via

Kit=UtAitK_{it} = U_t \cdot A_{it}

Beispiel - Keine fehlende Gesamt-Menge, Differenz der tarifierten Werte 0 :

Ut=9040+550500250200=50U_t = 90-40 + 550- 500 - 250 - 200 = 50
Ait=1Anzahl tarifierte Werte=12A_{it} = \frac{1}{\text{Anzahl tarifierte Werte}} = \frac{1}{2}
Korrektur HTt=5012=25,Korrektur NTt=5012=25\text{Korrektur } HT_{t} = 50\cdot\frac{1}{2}= 25, \text{Korrektur }NT_{t} = 50\cdot\frac{1}{2}= 25
Korrekturenrgiemengen ohne Fehlende Menge

Beispiel - Mit fehlender TAF2 Menge durch verspätete Umparametrierung:

Ut=4540+650500250200=105U_t = 45-40 + 650- 500 - 250 - 200 = 105
A1t=135100((135100)+(7060))=0,778 (gerundet auf ZW-Genauigkeit)A_{1t} = \frac{135 - 100}{((135-100) +(70-60))} = 0,778 \text{ (gerundet auf ZW-Genauigkeit)}
A2t=7060((135100)+(7060))=0,222 (gerundet auf ZW-Genauigkeit)A_{2t} = \frac{70- 60}{((135-100) +(70-60))} = 0,222\text{ (gerundet auf ZW-Genauigkeit)}
Korrektur HTt=1500,778=116,700\text{Korrektur }HT_{t} = 150 * 0,778 =116,700
Korrektur NTt=1500,222=33,300\text{Korrektur }NT_{t} = 150 * 0,222 = 33,300
Korrekturenergiemengen mit Fehlende Menge

Prozessablauf der Ersatzwertbildung

Anwendungsbeispiele

Die Ersatzwertbildung wird in den nachfolgenden Beispielen für verschiedene Anwendungsfälle erklärt in Abhängigkeit, welche Messwerte vorliegen und welche Messwerte empfangen wurden. Bei diesen Beispielen gilt immer folgende Farblegende:

Farblegende

Beispiel 1: "TAF7 Messwert (ZSTG) für den Monatsanfang liegt vor und TAF2 Werte fehlen":

Ausgangssituation:

Umparametrierung erfolgte zum 01.01.2025, der mME Zählerstand und die genullten TAF2 Messwerte liegen für den Umparametrierungstag vor. Siehe "Spalte" 01.01.2025 Einbau" in der nachfolgenden Tabelle.

Messwertempfang:

Für den 01.02.2025 kommt nur der TAF7 Messwert  = 200kWh.

Ersatzwertbildung:

Die TAF2 Messwerte für den Turnustag 01.02.2025 werden wie folgt berechnet:

  • mME=ZSTG=200mME             = ZSTG                                                      = 200
  • Gesamt=mME01.02mME01.01=20010=190Gesamt = mME_{01.02} - mME _{01.01}             = 200 - 10 = 190
  • HT01.01.+Gesamt01.022=0+1902=85HT_{01.01.} +\frac{Gesamt_{ 01.02}}{ 2} = 0 + \frac{190}{2}= 85, NT01.01.+Gesamt01.022=0+1902=85NT_{01.01.} +\frac{Gesamt_{ 01.02}}{ 2} = 0 + \frac{190}{2}= 85

Ergebnis:

TAF2 Messwerte werden gebildet anhand des ZSTG mit einer Gewichtung von 50/50, weil der vorherige Verbrauch gleich bzw. hier 0 ist.

Beispiel 2: "Erster Nicht Turnus-ZSTG Wert liegt vor, TAF2 Werte für Turnus werden berechnet":

Ausgangssituation:

Umparametrierung erfolgte zum 01.01.2025, der mME Zählerstand und die genullten TAF2 Messwerte liegen für den Umparametrierungstag vor. Siehe "Spalte" 01.01.2025 Einbau" in der nachfolgenden Tabelle.

Messwertempfang:

Für den 28.02.2025 kommt nur der TAF7 Messwert = 200kWh.

Ersatzwertbildung:
Daraus wird der ZSTG für den Monatsersten 01.02.2025 und dann daraus die TAF2 Turnuswerte wie folgt berechnet:

  • ZSTG=interpolierterWert ZSTG = interpolierter Wert
  • mME=ZSTG01.02. mME = ZSTG_{01.02.}
  • Gesamt=mME01.02.mME01.01.=150,592100=50,592Gesamt = mME_{01.02.} - mME_{01.01.} =150,592 - 100 = 50,592
  • HT=HT01.01.+Gesamt01.02.2=0+50,5922=25,296HT= HT_{01.01.} + \frac{Gesamt_{01.02.}}{ 2 }= 0 + \frac{50,592}{2} = 25,296
  • NT=NT01.01.+Gesamt01.02.2=0+50,5922=25,296NT= NT_{01.01.} + \frac{Gesamt_{01.02.}}{2} = 0 + \frac{50,592}{2} = 25,296

Ergebnis:

TAF2 Messwerte werden anhand des interpolierten ZSTGs mit einer Gewichtung von 50/50 gebildet, weil der vorherige Verbrauch gleich ist

Beispiel 3: "Empfang Turnus TAF2 Werte, verspätete Umparametrierung mit fehlender Menge":

Ausgangssituation:

Umparametrierung erfolgte zum 01.01.2025 und genullte TAF2 Messwerte liegen vor. Für den 28.02.2025 wurde ein TAF7 Messwert empfangen und daraus die TAF2 Turnuswerte für den 01.02.2025 berechnet. Messwerte siehe Ergebnistabelle aus vorherigem Beispiel.

Messwertempfang

Für den 01.03.2025 werden TAF2 Werte jedoch ohne den mME Wert vom Gateway empfangen.

Ersatzwertbildung:

für den "01.02.2025":

  • HT und NT Wert werden korrigiert, denn bei den TAF2 Messwerten für den 01.03.2025 liegt im Fehlerregister ein Wert vor
    • Die zuerst angenommene 50/50 Verteilung passt daher nicht
    • die %Verteilung vom  Gesamtzählwerk auf HT/NT und Fehlerregister wird hier übernommen
    • Dazu wird sogenannter "Interpolationsfaktor" berechnet
      • die Verteilung vom 01.04.2025 und die vom 01.01.2025 wird betrachtet und daraus wird der Interpolationsfaktor berechnet
        • (50,592-0)/(90-0) = 0,562133333
      • Faktor wird abgeschnitten auf ZW-Genauigkeit vom 3 Nachkommastellen => 0,562
    • mit diesem Faktor werden die HT/NT vom 01.02. korrigiert
      • HT01.02.,NT01.02.=0+(400)0,562=22,480HT_{01.02.}, NT_{01.02.} = 0+(40-0)*0,562 = 22,480 anstatt 25,29625,296
    • dadurch ergibt sind für das Fehlerregister der Wert
      • F01.02.=50,592222,480=5,632F_{01.02.} = 50,592 - 2*22,480 = 5,632
    • und für die Korrekturenergiemengen HT/NT für den 01.02.:
      • KorrekturHT,KorrekturNT=5,6322=2,816Korrektur_{HT}, Korrektur_{NT} = \frac{5,632}{2} = 2,816

für den "01.03.2025":

  • mME01.02.=100+90=190mME_{01.02.} = 100 + 90 = 190 ist aber <math data-latex="<200<200 am 28.02.
    • daher wird die mME auf 200 gesetzt und
    • fehlende Menge = 10
  • ZSTG01.03.=mME01.03.=200 ZSTG_{01.03.} = mME_{01.03.} = 200
  • Berechnung der Korrekturenergiemengen HT/NTfür den 01.03.::
    • KorrekturHT,KorrekturNT=105,6322=4,3682=2,184 Korrektur_{HT}, Korrektur_{NT} = \frac{10 - 5,632}{2} =\frac{4,368}{2} = 2,184
    • Fehlende Menge von 10 wird anteilig aufgeschlagen
      • KorrekturHT,KorrekturNT=2,184+102=7,184 Korrektur_{HT}, Korrektur_{NT} =2,184 + \frac{10}{2}= 7,184
Beispiel 3

Ergebnis

Empfangene TAF2 Messwerte führen zu einer Korrektur des Ersatzwerte einen Turnuszeitpunkt davor und fehlende Mengen werden auf die Korrekturenergiemengen umgelegt.

Bedingungen für die TAF2 Ersatzwertbildung

Hier sind die notwendigen Bedingungen, die für die Berechnung von Ersatzwerten erfüllt sein müssen, aufgelistet:

  • Die Anzahl der Nachkommstellen muss bei den Zählerstandszählwerken für den Parametrierungszeitraum gleich sein
    • hier wurde eine Prüfung im Messwertclearing eingebaut
  • Zählerstände für den Einbau-/Umparametrierungstag müssen vorliegen, dies bedeutet
    • TAF2 - genullte Werte für
      • 1-65:1.8.0    =  0kWh
      • 1-65:1.8.1    =  0kWh
      • 1-65:1.8.2    =  0kWh
      • 1-65:1.8.63  =  0kWh
    • mME Zählerstand liegt vor
      • 1-0:1.8.0      = x kWh
  • Plausible TAF2 Messwerte vom SMGW werden empfangen
    • können ohne mME Wert kommen ABER
    • alle Werte für die vier iMS OBIS-Kennzahl müssen vorhanden sein und in sich plausibel sein, d.h.
      • 1-65:1.8.0 = 1-65:1.8.1 + 1-65:1.8.2 + 1-65:1.8.63

ANSONSTEN kann keine Ersatzwertbildung durchgeführt werden.

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